Eat, walk, talk

Habt ihr auch schon Vorsätze für das neue Jahr? Ich habe ja sehr viele Baustellen, an denen ich arbeiten muss, davon sind Essen, Laufen und Sprechen nur die drei, die im kommenden Jahr am wichtigsten werden. 

Essen

„Essen“, das sind sogar zwei Baustellen – mindestens. Dazu gehört, dass ich ja jetzt über den Mund essen darf. Viele fragen, wie gut das denn jetzt schon klappt. Na ja, es ist ja nicht so, dass ich wahnsinnig scharf darauf bin. Eigentlich finde ich es ganz ok, dass das Essen bequem über den Schlauch kommt.

Dazu kam, dass ich in den letzten paar Monaten ganz oft krank und sehr verschleimt war (momentan ist beides besser, toi toi toi!), und dann habe ich damit schon genug zu tun und kann nicht auch noch Essen im Mund gebrauchen. Und da ich das viele Essen, was ich bekomme noch lange nicht alles über den Mund essen kann, ist das nicht der allerwichtigste Vorsatz.

Viele nehmen sich ja fürs neue Jahr vor, abzunehmen, bei mir ist es umgekehrt, ich muss unbedingt endlich zunehmen. Mama und Papa geben sich gerade viel Mühe, mehr Kalorien in mein Essen zu packen – ohne dass alles wieder retour kommt. Das bedeutet, dass sie jetzt noch mehr Zeit damit verbringen, meine vier Mahlzeiten am Tag für mich zuzubereiten und rumzurechnen. 

Laufen

Auf die Beine – das klingt ja an sich schon nach einem guten Motto fürs neue Jahr, ist aber auch der Name des Reha-Programms, das schon in einem Monat in Köln für mich startet. Dort wird richtig gearbeitet, und auch im folgenden halben Jahr, in dem ich ein Turngerät mit einer Rüttelplatte mit nach Hause bekomme, auf dem ich dann jeden Tag Übungen machen muss. Wir kennen einige Kinder, die schon in diesem Programm sind und denen es sehr viel gebracht hat. Wir warten auch schon sehr lang darauf, dass es endlich losgeht. 

Sprechen

Mit „Sprechen“ ist, genau wie beim Essen, nicht die landläufige Vorstellung davon gemeint. Nein, ich habe nach wie vor kein existierendes Wort über die Lippen gebracht. Aber ihr wisst ja schon, dass ich lerne, mit den Augen zu sprechen. Mit einem Computer mit Augensteuerung. Das klappt auch schon ziemlich gut. Ich kann sagen, dass wir nächste Woche in Urlaub fahren, dass ich mich hinlegen will, dass ich mit meinem neuen Puppenhaus oder meiner neuen Puppe spielen will – beziehungsweise, was jemand für mich spielen soll. Ich gebe quasi die Regieanweisungen. Die Seiten, die ich dazu ansteuere, werden zwar mit der Zeit immer mehr und immer komplexer, aber ich kann immer nur das sagen, was Mama für mich eingespeichert hat. Sie hätte aber gern, dass ich alles sagen kann, was ich will, denn woher soll sie wissen, was ich sagen will? Okay, manchmal liegt sie richtig, aber eigentlich habe ich noch viel mehr zu erzählen!

Da müssen wir also alle noch viel lernen. Mama findet diese Baustelle aber am allerwichtigsten, weil ich ja nächstes Jahr schon in die Schule komme und weil sie sowieso findet, dass mit anderen kommunizieren zu können das Allerallerwichtigste ist.

Ihr seht also, ich habe viel vor! 

Wir wünschen euch, dass ihr gesund und so fröhlich wie möglich ins neue Jahr rutscht und dass ihr 2022 alle euren guten Vorsätze in die Tat umsetzen könnt!

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