Mein neuer Job: Bauaufsicht

Wisst ihr, was im Moment mein absoluter Lieblingsplatz ist?

Unser Hof!

Und wisst ihr auch, warum?

Weil ich jetzt meine eigene Baustelle habe! Und ich liebe Baustellen!

Vor ein paar Monaten war bei uns schon mal die ganze Straße eine Baustelle. Eigentlich der ganze Ort, und viele andere Orte auch. Überall liefen orangene Männer herum, die eine lustige Sprache gesprochen und überall den Boden aufgerissen, Kabel reingelegt und wieder zugemacht haben. Mama musste ständig mit mir rausgehen, damit ich den Bauarbeitern zusehen konnte, und je mehr Krach und Dreck die gemacht haben, desto spannender fand ich es! Außerdem waren die auch immer total nett, haben mit mir gelacht und mir zugewinkt, obwohl die echt schwer gearbeitet haben!

Aber das war ja noch gar nichts gegen jetzt: eine Baustelle vor der eigenen Haustür und extra für mich! Es wird nämlich endlich mein eigener Fahrstuhl gebaut!

Am Montag ging es los, da kam ein riesiger, grüner Container, und zwei Maurer haben angefangen zu arbeiten. Aber anstatt zu mauern, haben sie erst mal ein großes Loch in unseren Hof gemacht! Mit großen Geräten, die richtig schön viel Krach gemacht haben.

An dem Tag war ich nicht im Kindergarten, aber leider mussten wir trotzdem wegfahren. Erst zum Augenarzt (meine Augen sind wieder ein bisschen besser geworden!) und später noch zur Frühförderung. Davor haben wir aber noch ein bisschen auf der Bank im Hof gesessen – also: ich auf Mamas Schoß – und den Bauarbeitern zugesehen und zugehört (obwohl Mama dauernd versucht hat, mir die Finger in die Ohren zu stecken, ich weiß auch nicht, warum!)

Am Dienstag wäre ich am liebsten zu Hause geblieben, und am Mittwoch, Donnerstag und Freitag auch. Aber die doofe Mama hat mich jeden Tag in den Kindergarten gebracht, obwohl ich die ganze Fahrt gemotzt habe. Okay, als wir dann dort waren, war es  auch ganz nett. 

Aber wenn ich wieder nach Hause kam, habe ich mich immer total gefreut zu sehen, was es Neues gibt.

Denn es ging immer weiter: Am Dienstag haben die Maurer zwar immer noch nicht gemauert, aber in das Loch noch einen Graben gebuddelt.

Am Mittwoch kamen ein großer Haufen Sand, viele Säcke, ein Betonmischer und große Eisengitter. 

Damit haben die Maurer ein Fundament gebaut, damit das Haus für meinen Fahrstuhl später mal nicht umfällt.

Das Fahrstuhlhaus wird von außen an unser Haus drangebaut. 

Wir haben ja ein sehr altes Haus mit engen Treppen, deswegen ging es nicht anders. Ein Architekt hat sich das alles mit Papa zusammen ganz genau überlegt.

Um die Grube herum haben sie eine richtige Baustellen-Absperrung aufgestellt. So sieht es jetzt aus:

Wenn der Fahrstuhl fertig ist, kann ich von innen mit meinem Therapiestuhl oder dem Rollstuhl, den ich bald bekomme, reinrollen und in den ersten Stock fahren!

Aber ein bisschen muss ich mich wohl noch gedulden, denn das Fundament muss erst richtig doll fest werden, bevor es weitergeht…

Übrigens, wenn ihr euch auch für so einen Rollstuhllift oder andere behindertengerechte Umbauten interessiert: man muss das nicht alles allein bezahlen, sondern es gibt verschiedene Stellen, die einem Geld dazugeben. Hier könnt ihr euch darüber informieren:

Zuschüsse und Fördergelder für barrierearmen Umbau nutzen !! (pflege-durch-angehoerige.de)

Barrierefreier Umbau: Welche Zuschüsse sind möglich? | Sozialverband VdK Niedersachsen-Bremen e.V.

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