Mama

Über diesen Blog

Natürlich gibt es Lenchen wirklich. Zumindest zu 95%. Sie ist meine Tochter, und über kein anderes Kind könnte ich schreiben. Aber allein schon, weil ich aus ihrer Perspektive schreibe, kann Lenchen nur eine fiktive Person sein, denn in Wirklichkeit kann ich nicht in ihren Kopf sehen. Leider. Ich erlaube mir daher ein wenig künstlerische Freiheit, aber was ihre körperlichen Einschränkungen, ihre Versorgung und vor allem ihr fröhliches Gemüt angeht, ist nichts erfunden.

Wer bloggt?

Hier im Blog kommt hauptsächlich Lenchen zu Wort, aber natürlich stehe dahinter ich, ihre Mama, Managerin, Pflegekraft, Fürsprecherin, Chauffeurin, Therapeutin, Köchin und ganz nebenbei noch freiberufliche Literaturübersetzerin und neuerdings Bloggerin. Wie gesagt, das Bloggen ist absolutes Neuland für mich, und man sieht meiner Seite  und meiner Schreibe vielleicht an, dass ich mich überwiegend in der analogen  Welt bewege. 

In den letzten Wochen und Monaten – die Auftragslage war mau, und die Corona-Pause hat ihr Übriges getan – habe ich sehr viele Hürden genommen und mich eingearbeitet in das Erstellen einer Website und nicht zuletzt in das Zeichnen, Aquarellieren und die Bildbearbeitungweil ich mich aus mehreren Gründen dagegen entschieden habe, mit Fotos zu arbeiten. Vor allem natürlich, um mein Kind zu schützen. Aber auch, weil Illustrationen, selbst wenn sie ziemlich unprofessionell sind, Kinder eher ansprechen als Fotos. Und weil ich alles zeigen wollte, nicht mein Kind von hinten oder mit verdecktem Gesicht. 

Und noch etwas: Lenchen ist mein einziges Kind. Ich habe überhaupt keine Ahnung von „normalen“ Kindern und keine direkte Vergleichsmöglichkeit. Deswegen bin ich auch dankbar für jedes Feedback, ob und wie der Blog bei euren Kids ankommt und wie man ihn noch „kindgerechter“ gestalten könnte.

Also, nichts ist hier perfekt, alles kann sich nur zum Positiven entwickeln, und das ist gut so!

Warum ich diesen Blog gestartet habe, obwohl ich nicht den blassesten Schimmer hatte, wie so was geht: Wir bekommen immer wieder dieselben Fragen gestellt, von Kindern und Erwachsenen. Manchen stehen die Fragen aber auch ins Gesicht geschrieben und sie trauen sich nicht, sie zu stellen.

Und immer wieder merke ich, dass der Optimismus, den unsere ganze Familie offenbar von Natur aus an den Tag legt, keineswegs selbstverständlich ist. Vielleicht findet der eine oder die andere unsere Einstellung zu positiv. Natürlich ist nicht immer alles Ponyhof, und ich will hier nichts beschönigen, aber der Optimismus ist nicht erzwungen. Mittlerweile weiß ich, dass es eine Gabe ist, das Glas immer als halbvoll anzusehen, die das Leben sehr viel schöner macht. Vor allem, wenn es um Dinge geht, die man nicht ändern kann. Vielleicht geben wir diese Haltung ganz automatisch an unser Kind weiter, und ich hoffe, auch die Menschen da draußen damit anstecken zu können und so Berührungsängste und mitleidige Blicke und Kommentare abzubauen und anderen Betroffenen Mut zu machen.

Viele können sich nicht vorstellen, dass auch ein Kind wie Lenchen glücklich sein kann. Wir konnten uns das am Anfang selbst nicht vorstellen. Und sehr viele können sich überhaupt nicht vorstellen, wie der Alltag eines schwer körperbehinderten Kindes aussieht. Dieser Blog soll das veranschaulichen, er soll aufklären, erklären, und dabei möglichst auch die Jüngsten abholen, ohne Fachchinesisch. Er richtet sich aber auch an selbst betroffene Eltern, die etwas Mut brauchen oder noch am Anfang stehen und, wie wir damals, überhaupt noch keine Ahnung haben, wohin die Reise geht. 

Dabei geht es jedoch nicht um praktische Tipps zur Alltagsgestaltung. Hierfür empfehle ich den Blog https://dasbewegteleben.wordpress.com/

Für Tipps rund um Sondenernährung und für die Umstellung auf eine gesunde, selbst zubereitete Sondenkost empfehle ich wärmstens: https://besonders-gesund.blogspot.com/

Ich würde mich freuen, wenn auf diesen Seiten ein reger Austausch stattfindet. Ich bin auch dankbar für Tipps, Anregungen, Verbesserungsvorschläge und Feedback und beantworte gerne Fragen jeder Art, so gut ich kann. 

Ihr könnt das über die Kommentarfunktion tun oder mir eine private Nachricht über das Kontaktformular schicken.

Übrigens nenne ich im Blog keine Klarnamen – auch nicht von Kliniken oder Ärzten. Wenn ihr dazu Genaueres wissen wollt, schreibt mich gerne an!

Eure Nele