Pferdekind

Pferdekind

Ich bin grad ganz schön durch den Wind – denn ich bin jetzt ein Pferdekind!

Nach der Reha, der Intensivwoche und noch einer Woche Ferien, in der ich mich mal ein bisschen ausruhen konnte, ist die Kita wieder losgegangen, und hier gab es große Veränderungen!

Ich bin nämlich nur noch mal kurz, für ein paar Tage, in die Krippengruppe gegangen und habe mich verabschiedet und schon mal jeden Tag ein bisschen bei den Großen im Kindergarten reingeschnuppert. Am Donnerstag hat Mama mich dann morgens in der Mäusegruppe abgegeben und mittags in der Pferdegruppe abgeholt.

Und am Freitag war es dann soweit: Mein erster ganzer Vormittag in der Pferdegruppe. Und ich kann euch sagen: Das ist schon was ganz Anderes als bei den kleinen Krabbelmäusen!

Denn ich bin ja jetzt schon so groß, fast schon bald vier, und die Kinder in der Krippe sind alle viiiel kleiner als ich und können noch nicht sooo gut reden. Und weil ich schon so groß und so schlau bin, habe ich die erste Kindergartengruppe, die Hasenkinder, einfach übersprungen und bin gleich zu den ganz Großen gekommen!

Ok, vielleicht liegt es auch daran, dass alle drei I-Kinder in der Gruppe sind, also Kinder, die wie ich ein bisschen Extra-Betreuung brauchen. Außerdem müssen im Moment wegen dem blöden Virus, das einfach nicht weggehen will, alle Geschwister zusammen in eine Gruppe. Die Pferdegruppe ist also wild durcheinandergewürfelt, da sind Kinder in meinem Alter, aber auch schon ganz große Vorschulkinder.

Und da ist vielleicht Action! Und die Gespräche sind im Vergleich zur Krippe schon richtig anspruchsvoll! Da brummt mir immer ganz schön der Schädel, wenn Mama mich mittags abholt, und meistens bin ich ziemlich müde und muss zu Hause ein bisschen schlafen.

Aber es macht auch total Spaß! Es gibt so viel zu beobachten, da wird es wirklich nie langweilig! Allein schon, was auf dem Spielplatz von den Großen immer los ist, da könnte ich stundenlang zusehen.

Winkehändchen

Die Pferdekinder haben mich auch sehr lieb aufgenommen und schon vor den Ferien ein tolles Mobile für mich gebastelt, für das jedes Kind seine Hand aus buntem Karton ausgeschnitten und hübsch verziert hat. Das sind die Winkehändchen, die mich willkommen heißen! Darüber habe ich mich sehr gefreut, und Mama war auch total überwältigt! Vielen Dank, liebe Pferdekinder!

Die Extrawurst

Das Mobile hängt über dem Gitterbettchen, in dem ich morgens liege, wenn ich mein Frühstück sondiert (also durch den Schlauch) bekomme. Das Bett hatte ich auch schon in der Krippe. Da liege ich gern drin, denn da hat man eine gute Aussicht und kann die Hände und Füße zwischen den Stäben durchstecken. Aber natürlich habe ich auch im Kindergarten meinen Spezialstuhl. Oder ich sitze oder liege, gestützt von Kissen, auf dem Boden oder lasse mich von einer Erzieherin herumtragen oder darf auf ihrem Schoß sitzen.

Reden ohne was zu sagen - was Sagen ohne Reden

Am Anfang wussten die großen Kinder noch nicht so recht, was sie mit mir anfangen sollen, und meinten, ich wäre ja noch ein Baby. Aber dann haben sie ganz schnell gemerkt, dass ich viel mitbekomme und verstehe, und dass man sich mit mir unterhalten kann, auch wenn ich nichts sage.

Ich spreche eben mit den Augen, mit meinem Gesicht und mit Tönen. Indem ich lache oder grinse, wenn mir ein Kind zeigt, was es gebastelt hat, oder mir ein Spielzeug oder eins von meinen Spucktüchern hinhält. Oder indem ich meckere oder heule, wenn mir etwas nicht gefällt. Ich weiß ganz genau, was ich will und was nicht.

Ich kann zwar nicht auf etwas deuten oder irgendwie mit den Händen reden, weil meine Hände mir nicht so gut gehorchen, aber ich schaue auf das Spielzeug, mit dem ich gerade spielen will, oder den Platz im Raum, wo ich jetzt gerne sein will, und zeige auch deutlich, was ich nicht will. Auch wer mich noch nicht kennt, lernt meine „Sprache“ eigentlich ganz schnell zu deuten.

Jetzt sind einige Kinder schon ganz vernarrt in mich. Und ich freue mich riesig, wenn sie sich um mich kümmern, ein Bild für mich malen oder mich im Buggy rumfahren.

Irgendwie bin ich ja schon eine ganz schöne Extrawurst. Aber mittendrin und voll integriert!

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare

  1. Christa-Albina Zens

    Liebes Lenchen,
    ich wünsche Dir viel Freude bei den neuen Freunden in der Pferdegruppe! Und grüße Deine Mama von mir!

  2. Katharina

    Na, dann schau dir ganz schnell so viel Blödsinn wie möglich von den Wildpferden ab!

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